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Glücklicher Ahmet

Ich kenne Ahmet schon hundert Jahren, so kommt es mir jedenfalls vor. Wir sind zusammen zur Schule gegangen. Er ist in Deutschland geboren und hat die deutsche Staatsbürgerschaft.
"Aber nur", sagt er immer mit einem Grinsen im Gesicht, "damit er nicht zur Armee in die Türkei muss". (Ich glaub ihm kein Wort)
Ahmet hat noch drei Geschwister und seine Familie lebt streng nach dem Glauben des Islam.

Nach dem Ende unserer Schulzeit haben wir uns aus den Augen verloren. Mir war nur bekannt, dass er nach Berlin gegangen ist um zu studieren. Nach dem Studium kehrte er in unsere Stadt zurück und wie ich hörte hat er eine Türkin geheiratet.

Durch Zufall haben wir uns bei Freunden wiedergetroffen. Die Freude war groß und es gab viel zu erzählen. Sein Studium hatte er erfolgreich beendet (Ich leider nicht *grins*).Wir waren um einige Jahre älter geworden und die meisten von uns waren verheiratet und für Nachwuchs hatten wir auch gesorgt. (Altersvorsorge sag ich immer)

Auf meine Frage, wie viele kleine Ahmet es denn schon gibt, lachte er und sagte nur "Eine Ahmet", Mädchen was sonst. Stolz zeigte er ein Foto auf dem seine Frau und die Kleine zu sehen war. Ich staunte nicht schlecht und er sah es mir an "Ja ja ich weiß was du jetzt denkst". "Ich hab doch gar nichts gesagt", war meine Antwort, aber einen Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

Seine Frau und das Mädel waren blond und wie Türkinnen sahen sie auch nicht aus.
Ich fragte ihn ganz offen "Ahmet ich hab gehört du hast eine Türkin geheiratet,war wohl eine falsche Info oder" ?

Er erzählte mir, dass er tatsächlich mit einer Türkin verheiratet war, Mama und Papa hatten sie für ihn ausgewählt. Sie kam aus der Türkei, sprach kein Wort deutsch und hatte nur Heimweh. Auch nach der Heirat wurde es nicht besser. Jeder Tag mit ihr war ein Trauerspiel, sie unglücklich, er unglücklich. So blieben sie ein Jahr zusammen und dann ging gar nichts mehr. Gott sei dank waren noch keine Kinder da. Er bot ihr die Trennung an und sie stimmte zu. "Ja und das geht so einfach"? war meine Frage. "So einfach nicht", war seine Antwort. "Meine Eltern haben verrückt gespielt, daraufhin bin ich mit meiner Frau in die Türkei geflogen und habe ihren Eltern ein großzügiges Angebot unterbreitet. Weiterhin hab ich ihnen gesagt, dass ich ihre Tochter nicht glücklich machen kann. Und so stimmten auch sie der Trennung zu".

"Jetzt bin ich seit fünf Jahren verheiratet, mit einer Deutschen, alles ist wunderbar. Meine Eltern haben sich beruhigt als die Kleine da war.
Unser Kontakt ist nicht regelmäßig aber wir sehen uns. Wenn ich meine Eltern besuche, fährt meine Frau nicht mit, aber die Kleine".
"Ahmet, bist du glücklich"? fragte ich ihn und er lächelte, zeigte auf das Foto und sagte "Na rate mal, wie sieht das aus"?

Meine Antwort: "Ahmet, das sieht verdammt noch mal nach Glück aus".

Es kommt anders als man denkt, ne Ahmet? *grins*

Anmerkung: Er war immer überzeugt davon, nur mit eine Türkin gut leben zu können.