www.urlaubsliebe-tuerkei.de  

 

| Kurzgeschichten| Meine Geschichte | Home | Links | Forum | Gästebuch | Kontakt |

 

Eine Tragödie !

Nasrem ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Mit ihr lebte ein älterer Bruder und Mama. Ihr Vater ist vor zwei Jahren bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Ein weiter Bruder lebte ganz in der Nähe, verheiratet zwei Kinder.

Nach dem Tod ihres Vaters hatte sich viel verändert. Mama hat ihr Kopftuch abgelegt und sich gegen den Willen der Brüder gestellt. Auch Nasrem  legte ihr Kopftuch ab, kleidete sich wie alle jungen Frauen ihres Alters, Jeans und Pulli. Ihre wunderschönen schwarzen Haare, lang bis zum Po, verwandelte sie immer in kleine Kunstwerke. Sie hatte erfolgreich ihre Realschule beendet. Sie war im ersten Ausbildungsjahr, Friseurin, für sie der Traumberuf. Für eine junge Frau ging sie einem ungewöhnlichen Hobby nach: Judo, den braunen Gürtel hatte sie schon erworben, nun fehlte noch der Schwarze.

17 Jahre und die Welt stand ihr offen.

Sie war unsterblich verliebt in ihren Judotrainer, Bernd, 22 Jahre und ein Deutscher.

Nach dem Training ging die Gruppe oft gemeinsam in die Kneipe um die Ecke, auf ein Bier. Diesmal ging Nasrem mit, setzte sich neben ihren Trainer, aber Bier mochte sie nicht und bestellte sich einen Tee.

Bernd zeigte deutliches Interesse an ihr, hatte nur Augen für sie und machte ihr Komplimente. Ihr Herz schlug wie wild und sie wusste, das ist der Mann den sie heiraten und mit dem sie Kinder haben wollte. Er berührte ihre Hand und sie fühlte so viel Wärme und Liebe wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Und Bernd, ihm ging es nicht anders. Nasrem war eine Frau, wunderschön, höfflich und  sie liebte Judo so wie er auch, es passte einfach alles.

Ihre Liebe wurde von Tag zu Tag stärker, sie trafen sich heimlich. Monate sind vergangen, Bernd nahm all seinen Mut zusammen und  lud sie zu sich nach Hause ein. Seine Eltern sind für ein paar Tage verreist und sie könnten sich einen netten Fernsehabend machen. Nasrem hatte Bedenken und doch willigte sie ein.
Sie liebten sich und es war ihr so bewusst wie nie zuvor in ihrem Leben, es gibt kein zurück mehr. Als „nicht Jungfrau“ würde sie keinen Türken mehr heiraten können ohne die Ehre der Familie zu beschmutzen.

Spät am Abend kam sie nach Hause, beide Brüder und Mama warteten schon auf sie.

Einer der Brüder griff ihr ins Haar und schrie sie an wo sie sich rumgetrieben habe. Mama versuchte sie zu beschützen doch der andere Bruder hielt sie zurück und drehte ihr den Arm auf den Rücken.

Nasrem wurde trotzig und schrie ihn an: "Lass Mama los, außerdem hab ich mich verliebt und ihr könnt mich nicht abhalten ihn zu heiraten". "Wer ist das Schwein?" schrie ihr Bruder und Nasrem sagte es ist  Bernd mein Trainer und sie sei auch keine Jungfrau mehr und niemand aber auch niemand würde sie dran hindern mit ihm ihr weiters Leben zu verbringen.
Ihr Bruder zerrte sie an den Haaren ins Bad und schnitt ihr die wunderschönen langen Haare ab. Nahm ihr das Handy und den Haustürschlüssel ab und schloss sie in ihrem Zimmer ein. Er ging zu seinem Bruder und seiner Mutter. Er drohte seiner Mutter mit dem Tod wenn sie es wagen sollte Nasrem aus dem Zimmer zu lassen. Dann flüsterte er seinem Bruder etwas ins Ohr und beide verließen gemeinsam die Wohnung.

Vor dem Haus von Bernds Eltern legen sie sich auf die Lauer, in der Hoffnung dass er es verlässt.

Bernd wollte sich noch Zigaretten holen. Er träumte immer noch von seiner Nasrem und wie wunderschön der Abend mit ihr war.
Als er die Haustür öffnet trifft ihn der Angriff völlig unerwartet, er spürt einen starken Schmerz im rechten Arm, fühlt wie warmes Blut an ihm herunter läuft. Plötzlich ist er hell wach und setzt seine Judokenntnisse ein, so erlangt er schnell überhand und kann seine Angreifer vertreiben. Seine Verletzung ist sehr schmerzhaft, bei genauer Betrachtung sieht er einen langen Schnitt an seinem Arm. Die Verletzung stammt von einem Messer und er erkennt dass sie sofort im Krankenhaus behandelt werden muss.
Mit zehn Stichen wurde sie genäht. Ihm wurde nahe gelegt eine Anzeige zu erstatten. Bernd hatte die Angreifer nicht erkannt, aber eine dunkele Ahnung beschlich ihn. Sofort versuchte er Nasrem per Handy zu erreichen, es war abgeschaltet. Hilflos stand er da, was sollte er tun? Seine Angst um sie wuchs ins Unermessliche. Morgen früh erstatte ich Anzeige, war sein Gedanke dann ging er nach Hause. In dieser Nacht konnte er nicht schlafen; immer und immer wieder waren seine Gedanken bei Nasrem.

Nasrem saß in ihrem Zimmer, sie weinte, ein Griff in den abgeschnittenen Haarschopf, ihr wurde schlecht vor Wut und Hilflosigkeit.

Sie hörte die Haustür. "Sie kommen zurück", war ihr Gedanke, "aber ich setzt mich zur Wehr, ich kann Judo", und schon öffnete sich die Tür zu ihrem Zimmer. Einer ihrer Brüder warf das blutige Messer aufs Bett und sagte: "Das Schwein haben wir abgestochen".
In ihr starb jedes Gefühl, wie in Trance starrte sie das Messer an. Es hatte keinen Sinn mehr sich zu wehren, Bernd war tot.

Ein Strick flog aufs Bett und ihr anderer Bruder sagte: "Du weißt was zu tun ist"!

Am nächsten Morgen, Bernd hatte so gut wie kein Auge zugemacht, wie gerädert ging er in die Küche, schaltete das Radio ein:

Wieder ein Selbstmord in Berlin!
Eine junge Türkin, Nasrem A. hat sich am gestrigen Abend auf den Boden eines Mehrfamilienhauses erhängt. Die genauen Umstände für den Selbstmord sind der Polizei noch nicht bekannt. Die begeisterte Judosportlerin hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Ihre Mutter erlitt einen Nervenzusammenbruch. Die Brüder der jungen Frau standen unter Schock und konnten noch keine Angaben zu dem Fall machen.

Das Wetter, heiter bis wolkig, am……..

Bernd hatte Tränen in den Augen, ging zum Waffenschrank, nahm das Jagdgewehr seines Vaters, hielt den Lauf in seinen Mund und drückte ab.