Ein verregneter kalter und ungemütlicher Tag.
Ich verkriech mich in meinen vier Wänden, dreh
die Heizung auf und erfreu mich an der wohligen
Wärme.
Selbst mein Hund möchte nicht raus, er sucht
sich einen gemütlichen Platz auf dem Sofa,
kuschelt sich in seine Decke und schaut
verschlafen auf, als ich ins Wohnzimmer komme.
Ein arbeitsfreier Tag und das Wetter macht mir
einen Strich durch die Rechnung, hatte ich mir
doch vorgenommen einen Waldlauf zu machen und
danach in mein Lieblings-Cafe einzukehren und
einen kleinen Plausch mit der Bedienung zu
halten.
Sie hat immer viel zu berichten, ist immer auf
dem neusten Stand und hat mir schon viel Stoff
für meine Kurzgeschichten geliefert.
Also setz ich mich an meinen PC und surfe einen
bisschen in der Weltgeschichte umher.
Auf einmal ein kleiner Schatten, er huscht
blitzschnell über meinen Schreibtisch.
Habe ihn nur aus den Augenwinkel sehen können
und zweifelte an meinem Verstand. Was soll schon
auf meinem Schreibtisch umher huschen?
Da schon wieder, diesmal etwas langsamer und ich
trau meinen Augen nicht, das war doch eine
Maus!!
Erschrocken springe ich auf, reiße dabei den
Stuhl um und steh wie angewurzelt da. Wo ist sie
geblieben und was will sie?
Das dumme Ding wird sich doch nicht verliebt
haben? Womöglich hat es ihr meine PC-Maus
angetan. Na ja, sie sieht ja auch klasse aus.
Grau, schlank und diese Leuchten wenn ich sie
bewege. Auf ihren Rücken ein silberner Streifen
und eine leichte Erhebung.
Liebe Maus, es ist vergebens, deine Liebe
verschwendest du an die falsche Maus, sie ist
aus Kunststoff und lebt nur, wenn ich sie
bewege. Also such dir eine Maus die zu dir passt
und deine Gefühle erwidert.
Sie hört nicht auf mich, nein frech sitzt sie da
und schaut mir tief in die Augen.
In diesem Haus ist nur Platz für ein Tier und
das ist mein Hund Pippilotta.
Ich sprinte in die Küche, bewaffnet mit einem
Glas kehre ich an den Tatort zurück.
Mutig wie ein Bärenfänger versuche ich das Glas
über sie zu stülpen, husch und wech, schneller
als ich dachte verschwindet sie unter dem
Schreibtisch. Ein Aufschrei des Entsetzen und
ich finde mich auf dem Boden sitzend wieder.
Beim zurückspringen bin ich über den Stuhl
gefallen, nun sitzt ich da und wer schaut mich
frech von oben herab an, die dumme Maus. Wie ist
sie so schnell wieder auf den Schreibtisch
gekommen?
Ein zweiter Versuch! Mutig erhebe ich mich vom
Boden, in der Hand die Waffe, das Glas und schon
ist sie wieder verschwunden.
Eine Falle muss her, diese Maus ist schnell,
klug und schrecklich verliebt, meine graue PC-
Maus scheint ihr den Verstand geraubt zu haben.
Es gibt zwei Arten von Fallen, eine die tötet
und eine die lebende Mäuse fängt. Ich entscheide
mich für die letztere. Nur weil man sich blind
verliebt, nein deshalb zu sterben das ist nicht
richtig.
Ich stelle den halben Keller auf den Kopf und
werde fündig, die richtige Falle für meine
liebesstolle Maus. Etwas geräucherten Speck und
schnell ist sie aufgestellt und bereit die Maus zu
fangen.
Am nächsten Morgen, mein erster Gedanke, wo ist
die Maus, springe gekonnt wie ein junges Reh aus
dem Bett, eile ins Wohnzimmer und sieh da, meine
liebestolle Maus konnte dem Speck nicht
widerstehen, sie sitzt in der Falle.
Ich rede mit ihr, hör zu du kleines Wesen, such
dir eine andere Maus, die auf meinem
Schreibtisch macht dich nicht glücklich. Hast du
mich verstanden?
Mein Hund bellt wie verrückt, sollte er sich in
die Maus verliebt haben und will sie jetzt für
immer an seiner Seite haben? Nein, pfui
Pippilotta, auch wenn sie einen Schwanz hat wie
du, sie passt nicht zu dir, basta!!!
Ich bringe sie in den Garten und lass sie frei.
Sie schaut sich nicht um, sagt nicht danke und verschwindet im Unterholz.
Ich hab sie nie wieder gesehen.
Auch Mäuse können sich irren. Liebe kennt keine
Schranken, selbst dann nicht, wenn sie so
aussichtslos ist.