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tsnoopy1974
Unser Leben war eine große Lüge
Im Dezember 2005 gewann meine Schwester eine Reise in
die Türkei. Sie fragte mich ob ich mitfliegen möchte. Ich
stimmte mit großer Begeisterung zu. Also ging es am
10. Dezember los. Ich war sehr aufgeregt, weil ich schon
ewig nicht mehr geflogen war.
Als wir dann in Antalya aus dem Flugzeug stiegen, sagte
ich zu meiner Schwester: "Ich bin zu Hause". Sie
schaute mich verständnislos an und fragte ob ich verrückt
wäre. Aber ich hatte so ein Gefühl in mir, das mir
sagte: "du bist endlich zu Hause angekommen".
Wir waren super müde und es dauerte noch eine ganze
Weile, bis wir im Hotel ankamen. Vier Tage später sah
ich ihn dann, er hat mich umgehauen. Es war so eine
Vertrautheit da, aber ich bin nicht der Mensch, der
hingeht und sagt: "Hej, ich finde dich nett, wie wäre
es denn?" Nee, aber meine Schwester nahm das Zepter
in die Hand und als ich auf der Toilette war, machte sie
was mit ihm aus. Also, trafen wir uns nach seiner Arbeit
in der Panoramabar. Keiner wusste was er sagen sollte,
auch er war sehr zurückhaltend. Am nächsten Abend
trafen wir uns dann außerhalb des Hotels, er nahm mich
auf seinem Roller mit. Wir fuhren erst herum und
unterhielten uns stundenlang über alles mögliche, seine
Familie, meine Familie, das Leben.
Und dann sind wir doch im Bett gelandet, aber wie
gesagt, es war so vertraut.
Ich flog mit tierischem Liebeskummer nach Deutschland
zurück, um 4 Wochen später wiederzukommen. Er hatte mir
mit seiner charmanten und liebevollen Art total den Kopf
verdreht. Ich suchte mir übers Internet eine
Ferienwohnung, da mir das Hotel zu teuer war und wir
unsere gemeinsame Zeit besser genießen konnten.
Es war eine schöne Zeit, doch auch diesmal gab es einen
Abschied. Er schrieb aber immer oder rief an. Er sagte
immer ich wäre die Frau seines Lebens, so jemanden wie
ich hätte er noch nie getroffen (wenn ich heute zurück
denke wird mir schlecht). Und alles glaubte ich ihm.
Im April flog ich dann mit meiner Tochter zu ihm. Sie
haben sich sehr gut verstanden und er meinte auch immer,
deine Kinder sind auch meine Kinder, du bist eine tolle
Mutter usw.
Im Juni sollte er dann meinen Sohn kennen lernen. Wir
waren 2 Wochen da und wir haben einiges zusammen
unternommen. Er hat immer bezahlt, egal was wir gemacht
haben.
Als wir an einem Abend in der Disco waren, hat er
mich auch bei einem Bekannten als Freundin vorgestellt.
Zwischenzeitlich hatte ich ihn auch mal im Hotel
besucht. Vor allem, wenn ich wieder nach Hause flog, bin
ich immer mit dem Mann meiner Freundin am Hotel
angehalten, um mich zu verabschieden. Er küsste mich,
dass es alle sehen konnten. Zwischenzeitlich war ich
auch schwanger von Nuri, aber ich verlor das Kind. Er
war sehr bedrückt, da er nicht bei mir sein konnte, wo
ich ihn doch so sehr brauchte.
Bevor ich im September wiederkam, hatten wir einige
Telefonate geführt, wo er mir erzählte, wenn ich im
September kommen würde, dann müsste er mit einer
Bekannten weg. Er wollte ihr dabei helfen ein Haus zu
kaufen. Mein Misstrauen wuchs, aber er hatte für alles
eine plausible Erklärung und konnte einen so gut betören
mit seinen Worten.
Als ich dann endlich dort war, meine Nichte und deren
Tochter sind auch mitgeflogen, holte ich ihn an der
Straße ab, da er den Weg zu der neuen Wohnung nicht
genau kannte (die Wohnung meiner Freundin war leider
belegt). Er wollte mich küssen, doch ich drehte nur den
Kopf weg. Wir gingen dann in die Wohnung und redeten
erstmal. Er versicherte mir immer wieder, er würde nur
mich lieben, dass mit dieser Frau, er nannte sie Julia,
nichts wäre und er nichts empfinden würde, aber er hätte
sein Wort gegeben zu helfen und das könnte er nicht
brechen. In dieser Nacht schliefen wir miteinander, aber
ich konnte nicht und brach alles ab. Er nahm mich in die
Arme und sagte, er würde mich verstehen und er wäre in
zwei Tagen wieder da. Ich bin sein Leben sein Alles und
er will mich nicht verlieren. So verbrachte ich zwei
Tage, in denen ich durch die Hölle ging, aber ich habe
mir immer gesagt, du musst glauben, er liebt dich doch
(wie naiv kann man sein?).
Als er wiederkam hatten wir schon ein paar
Schwierigkeiten, die er aber wieder einmal auszuräumen
wusste. Der Abschied war grausam, ich weinte sehr und
er hielt mich nur in den Armen und bat mich nicht zu
weinen, da ich ja wiederkommen würde und er immer bei
mir sei. Zu Hause telefonierten wir fast täglich, wo er
mir immer seine Gefühle offenbarte. Aber mein Misstrauen
blieb und ich beschloss ihn zu testen. Ich besorgte mir
eine neue Handynummer, übers Internet bekam ich die
Nummer eines Securitymannes, der Nuri meine Nummer gab,
mit der Bitte, ich möchte gerne Kontakt zu ihm, da ich
ihn gesehen hätte und würde ihn gerne kennen lernen. Er
meldete sich auch prompt. Nur wenn er anrief konnte ich
nicht ran gehen, das erledigte dann eine Freundin von
mir. Nach einigen SMS schrieb er mir, dass er keinen
Kontakt möchte, er habe eine Freundin und er wäre
glücklich, dabei fiel das erste Mal der Name "URSULA".
Am nächsten Tag rief er mich an und erzählte mir alles.
Ich wollte eigentlich nur wissen, "wer ist Ursula?",
wollte mich aber nicht outen. Also fragte ich, ob er der
Frau auch den Namen seiner Freundin gesagt habe, er
sagte ja, er habe gesagt sie heißt Ursula. Ich sagte
"URSULA?wer ist das"? Er beruhigte mich und meinte,
der Name ist egal, Frau muss nicht wissen wie du heißt,
ist nicht interessant. Ich sagte mir, wenn er es nicht
ehrlich meint, warum sollte er dir das erzählen??
Also glaubte ich wieder!!!!!!!!
Wie ich im Dezember zu ihm flog, hatten wir das
Nachbarhotel gebucht, aber ich hatte auch noch die
Wohnung bei meiner Freundin. Der Urlaub war sehr schön,
er lernte noch Freunde von mir kennen, die auch mitgeflogen waren. Als ich in Deutschland war, sagte er
mir, er würde für drei Wochen nach Adana fahren, dort
lebte seine Familie. Aber wir planten unsere Hochzeit und
er sagte mir, ich werde die Mutter seiner Kinder sein,
das wünscht er sich so sehr. Und er kündigte an, wenn er
nicht erreichbar sei, liege das an der schlechten
Verbindung. Ich glaubte wieder.
Sein Handy war für fast drei Wochen zu. Ich wollte
Ende Februar wieder fliegen, aber er bat mich darum
früher zu kommen, also buchte ich alles um und flog
früher zu ihm. Es war wunderschön, er nahm mich mit auf
den Personalabend des Hotels, wo er mich als seinen
Schatz vorstellte, wir saßen Händchen haltend da und er
küsste mich beim rausgehen. Es war mein letzter Abend,
zwei Stunden später ging mein Flieger.
Wie ich zu Hause war, setzte ich meinen türkisch Kurs
fort, den ich begonnen hatte. Wir sprachen über den
Urlaub und auf einmal fragte mich eine Mitschülerin, wo ich
ihn denn kennen gelernt habe. Ich sagte ihr im Gypsophila Hotel und er heißt Nuri. Sie sagte
direkt: "Oh, Gott." Als ich sie fragte warum, wollte
sie mir erst nichts sagen rückte dann aber doch mit der
Sprache raus, dass er sich letztes Jahr im Mai mit einer
anderen Frau getroffen hat.
Ich war am Ende, ich dachte so klein kann die Welt
doch nicht sein.
Abends zu Hause rief ich ihn an und stellte ihn zur
Rede. Er gab es zu und da war wieder der Name "URSULA",
aber er liebt mich, er kann mir aber nicht mehr in die
Augen schauen, vielleicht sollten wir es beenden. Ich
meinte zu ihm, dass er ja den einfachen Weg wählt, nur
keine Umstände und Diskussionen. Ich ging aber davon
aus, dass es nur im Mai war. Am nächsten Morgen rief er
an und wollte wissen wie es mir ging und ob ich hätte
schlafen können, ich sagte "nein". Er sagte, ich müsste es
ihm glauben, er hat gewünscht es käme nie ans Licht,
damit er mein Herz nicht kaputt macht. Er wollte eine
Pause. Ich rief sofort meine Freundin in der Türkei an
und sagte, schau bitte nach Flügen ich komme, das muss
geklärt werden, am Telefon funktioniert das nicht.
Innerhalb der nächsten 6 Stunden hatte ich meine
Kinder untergebracht und saß im Flieger nach Antalya.
Der Mann meiner Freundin holte mich ab. Ich schrieb Nuri
eine SMS, dass ich da wäre und wir reden müssten. Er
meldete sich erst am nächsten Morgen und fragte mich, warum
ich gekommen wäre, er kann mich nicht sehen, er könnte
nicht in meine Augen schauen. Ich bestand auf ein
Treffen, wäre er nicht zu mir gekommen, wäre ich zu ihm
ins Hotel gegangen.
Wir trafen uns in unserer Pastane. Er meinte, er wollte
mit mir eine neues Leben in Deutschland beginnen und
eine Familie gründen, aber er müsste auch alle Wahrheit
mit mir sprechen. Und da sagte er mir etwas, das mir den
Boden unter den Füßen wegzog.
Das mit dieser Frau läuft die ganze Zeit über. Ich
wusste nicht mehr was ich sagen sollte und hielt den
Mund. Ich war innerlich wie tot. Er meinte immer,
sag doch was dazu, aber ich konnte nichts sagen. Er meinte
die andere Frau hätte geweint und ich wäre so anderes,
so still und ruhig. Aber was sollte ich denn tun???
Ich wollte nur noch weg und bat ihn zu zahlen. Vor der
Tür wollte er mich in den Arm nehmen zum verabschieden.
Ich drehte mich weg und sagte "nein".
Als ich mich etwas gefasst hatte schrieb ich ihm eine
SMS, dass ich denke diese Frau wäre da. Keine Reaktion.
Am nächsten Tag ging wieder mein Handy, er war dran und fragte, ob
ich die Frau treffen möchte. Ich bejahte.
So traf ich auf meine Konkurrentin. Ich war geschockt.
Ich dachte sie wäre mindestens 50. Es stellte sich
heraus, dass sie 43 ist, somit 10 Jahre älter als er und
ich. Sie war äußerlich so ganz anders
als ich (Permanent-Make-Up, künstliche Fingernägel,
super blonde Haare, Sonnenbankgebräunt). Ich stellte
fest, sie ist keine Konkurrenz. Ich bin kein Modell, aber
so wollte ich auch nicht aussehen. Wir sprachen sehr
lange und verstanden uns gut. Er hat zu ihr gesagt, er
habe einen Plan gemacht, damit er alles ordentlich timen
konnte. Wenn ich nach Hause flog kam sie und umgekehrt.
Sie sagte mir auch, wenn sie da ist, lebe sie in der
Familie. Er hatte seine Familie schon vor fast einem
Jahr nach Alanya geholt, darum wollte er mir auch nicht
die Adresse von Adana geben. Wir beschlossen zusammen zu
ihm zufahren und zu seiner Familie.
Er saß auf seinem Bett und fragte was das werden sollte,
als wir reinkamen. Ob es eine Diskussion werden sollte.
Ich verneinte und das es nichts zu diskutieren geben
würde. Ursula wollten nur die Sachen holen. Ich hatte ihn
vorher schon mal Arschloch genannt, was ihn sehr
gekränkt hat. Nun nannte sie ihn ein Arschloch, da wurde
er auch lauter und schrie sie an, sie solle raus gehen.
"Das ist auch meine Wohnung", antwortete sie darauf, "ich
bezahle hier alle zwei Monate die Miete". Dann stellte er
sich vor uns hin und meinte er wisse nicht was er noch
sagen soll, er hat doch Entschuldigung gesagt. Ursula holte
aus und verpasste ihm eine Ohrfeige. Er schrie sie an,
wie das heißen würde was sie gemacht hat. Sie antwortete:
"schlagen". Und er fragte mich, ob ich ihn auch schlagen
möchte. Ich verneinte dieses, dass er mir das nicht wert
ist und ich mich nicht soweit herunter lassen würde.
Dann zerschlug er mit der Hand noch Fotos an der Wand.
Wir gingen dann mit Ursulas Sachen.
In all dem Elend haben wir darüber aber lachen müssen,
denn die Situation war so traurig, dass man einfach
lachen musste.
Hätte ich meine Freundin N. nicht gehabt, ich weiß
nicht, wie es dann ausgegangen wäre. Sie hat mir immer
zur Seite gestanden und tut es auch immer noch.
Wieder zu Hause, habe ich ab und zu mit Ursula
telefoniert, die ja noch einen dreiwöchigen Urlaub vor
sich hatte.
Ich dachte immer bei mir, sie geht zurück zu ihm. Sie
sagte mir dann auch, dass sie sich mehrmals mit ihm
getroffen habe und er ihr beteuert, dass er mich nie
geliebt hat, ich wäre wie Krebs gewesen und immer wieder
gekommen. Er wollte mein Herz nicht zerbrechen. Was denken sich diese Männer, glaubt diese Frau etwa,
das er sie alleine liebt, denn ich weiß mit Gewissheit,
es gab nicht nur uns beide.
Der große Schock aber kam dann zu Hause, meine Periode
blieb aus. Ich bin in der 6.Woche schwanger. Ich habe
lange überlegt, ob ich es bekommen soll, aber dann
dachte ich mir, das Kind kann nichts dafür. Ich werde
das schaffen, denn Gott sei Dank, stehen viele gute
Freunde hinter mir. Nur er wird es nie erfahren, dass es
da doch etwas von ihm gibt und das ist auch gut so.
Ihr denkt jetzt bestimmt, oh Gott wie naiv, aber wir
haben beide nichts bemerkt, dass es die ganze Zeit über
so gelaufen ist. Er war sehr zärtlich, charmant,
liebenswürdig. Und er hat mich nie um Geld gebeten. |