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Babett
Begonnen hat es im April 2002 als ich mit meiner
Schwester für 1 Woche Urlaub in der Türkei / Kemer machte. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch
verheiratet, wusste aber, dass ich mich trennen würde,
da meine Ehe nicht wie eine Ehe war. So viel nur am
Rande.
Zum damaligen Zeitpunkt war ich kurz vor meinem
29. Geburtstag. 2 Tage vor der Rückreise lernte ich dann
I. kennen. Ich war mit meiner Schwester auf dem Weg zum
Strand, als wir wie so oft von einem Kellner
angesprochen wurden, in dem Restaurant wo er arbeitete
etwas zu trinken. Aber wir verneinten es. Einige Minuten
später kam I. uns mit dem Fahrrad hinter gefahren. Er
hatte 2 Rosen in der Hand und gab diese meiner Schwester
und mir. Wir haben uns dabei nichts gedachte, da wir ja
wussten, dass so etwas häufig vorkommt.
Schon zu diesem
Zeitpunkt bemerkte ich, dass er nur Augen für mich
hatte. Er fragte, ob wir am Abend zusammen etwas trinken
gehen wollen. Um ihn abzuwimmeln, sagten wir zu und
verabredeten und für den Abend. Am Abend hatten wir die
Verabredung schon längst wieder vergessen und saßen in
unserem Hotel an der Bar. Plötzlich ging die Tür auf und
I. kam mit einem Freund herein. Wir sind dann doch alle
zusammen in eine Bar gegangen. Mehr war an diesem Abend
nicht und das Ganze war für mich abgehakt. Da unser
Hotel neben dem Restaurant war, verabschiedete ich mich
von ihm und wir tauschten unsere Telefonnummern aus.
Natürlich bemerkte ich seine verliebten Blicke, aber ich
dachte mir nichts dabei, da ich sowieso keine Frau für
einen Urlaubsflirt bin. Wir zeigten uns gegenseitig die
Pässe, um ein Foto anzusehen. Ich wunderte mich über
sein Geburtsdatum, nach dem I. erst 21 Jahre alt sein
konnte. Er aber sagte, er sei 26 Jahre und es in der
Türkei so üblich sei, dass im Pass das Datum steht, an
dem der Pass beantragt wurde. Kam mir zwar komisch vor,
aber naja, andere Länder, andere Sitten. (Mit dem Alter
hat sich das dann schnell aufgeklärt, weil meine beste
Freundin mir sagte so etwas gibt es nicht. Habe I. dann
daraufhin angesprochen, er zog es ins Lächerliche und
sagte er hätte Angst gehabt, dass ich mich nicht mit ihm
einlasse wenn ich sein wahres Alter kenne.)
Als ich
wieder zu Hause angekommen war, schrieben wir regelmäßig
SMS und E-Mails. Ich merkte zwar, dass ich mich verliebt
hatte, maß dem Ganzen aber keine große Bedeutung bei. So
nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn. I. bat mich
schnell wieder zurück in die Türkei zu kommen, weil er
sich in mich verliebt habe. Da ich oft zu
Affekthandlungen neige, überlegte ich ernsthaft gleich
noch mal runterzufliegen. Allerdings kam es nicht dazu,
da I. zum Militärdienst einberufen wurde. Von dort aus
schrieb er mir wunderschöne Briefe, in denen er mich
bat, ihn nicht zu vergessen. 1 mal pro Woche
telefonierten wir auch (die Telefonate bezahlte
natürlich alle ich). I. hatte im November 10 Tage
Urlaub, und so beschlossen wir, dass ich im November zu
ihm fliege.
Schon anfangs äußerte er immer wieder, wie arm er sei,
und ich bot ihm natürlich meine Hilfe an. So bat er mich
bald schon ihm 150 Euro zu schicken, was ich auch tat.
Etwas später erzählte er mir sein Handy sei gestohlen
worden. Meine beste Freundin bot mir an ihr altes Handy
zu I. zu schicken.
Im November bin ich dann mit einer
Kollegin zu I. nach Izmir, wo die Armee war, geflogen.
Natürlich bezahlte ich die Unterkunft für I. und mich.
Da ich nicht wusste, ob wir uns wirklich verstehen,
hatte ich 2 Einzelzimmer gebucht. Jeder kann sich
vorstellen, dass ich sehr aufgeregt war, aber als I. mir
dann gegenüberstand, war ich nur noch begeistert von
ihm. Er war mir überhaupt nicht fremd. Es folgten dann
sehr schöne und leidenschaftliche Tage. Laut seinen
Äußerungen hatte er sich so in mich verliebt, dass er
sich nicht vorstellen konnte je mit einer anderen Frau
zusammen zu sein. Als ich wieder zu Hause war, hatte ich
viel mit Wohnungssuche und Einreichen der Scheidung zu
tun.
Von meinem Mann hatte ich mich mittlerweile
getrennt. Mehr noch als vorher kreisten meine Gedanken
nur um I. Ich war so verliebt und vermisste ihn
schrecklich. Auch I. sagte immer wieder, dass es ihm
genau so gehe. Der nächste gemeinsame Urlaub sollte dann
im Mai 03 stattfinden. Es lagen also viele Monate ohne
I. vor mir.
Nun ein 2. Punkt, an dem ich hätte stutzig
werden müssen. I. erzählte mir immer wieder wie extrem
hart und schlimm es bei der türkischen Armee ist. Er
sagte, es gäbe eine Möglichkeit, die Armee vorzeitig zu
beenden. Mit Geld könne ein Arzt ihm bescheinigen, dass
er aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter dem Militär
dienen kann. Deshalb bat er mich, ihm 500 Euro zu
schicken. Den Rest der Summe würde ein Freund für ihn
bezahlen. Da ich zu diesem Zeitpunkt finanziell sehr
schlecht da stand, fragte ich meine Mutter um Rat. Sie
sagte, ich solle es nicht tun. Am Telefon erklärte ich
I., dass ich die 500 Euro nicht bezahlen kann, weil ich
so viele Ausgaben für meine Scheidung habe. I. war sehr
traurig und sagte, dass wir uns dann im Mai nicht sehen
können. Ich war hin und her gerissen und fragte nochmals
meine Mutter um Rat. Sie sagte, wenn ich ihn wirklich
liebe, soll ich ihm das Geld schicken. I. war sehr
erleichtert und so planten wir den nächsten gemeinsamen
Urlaub im Mai 03. Die 500 Euro haben mich aber so
belastet, dass ich in diesem Monat jeden Cent 2 mal
umdrehen musste. Aber aus Liebe brachte ich dieses
Opfer.
Ich werde jetzt hier nicht alle meine Urlaube mit I.
beschreiben, aber dieser war der einzige wo er die
Unterkunft bezahlte. Sonst ließ er sich über die ganzen
4 Jahre komplett von mir aushalten. Ich bezahlte jeden
Urlaub und fast alle seine Klamotten. Finanzieren konnte
ich das nur durch meine äußerste Sparsamkeit und meine
leitende Stellung, die recht gut bezahlt ist.
I. und ich planten zu heiraten und für immer zusammen zu
bleiben. Oft kamen auch meine Eltern mit in die Türkei
und waren ebenso begeistert von I. Auch von ihnen wurde
er immer reichlich beschenkt. Im Juni 04 verlobten wir
uns. Allerdings musste ich bei einem unsere gemeinsamen
Urlaube feststellen, dass I. mir nicht so treu war wie
ich ihm. Beim Auspacken seiner Sachen fand ich im Koffer
ein Bild von einer Frau auf dessen Rückseite geschrieben
stand „Erinnerst du dich, Sex auf der Toilette.“ Es war
eine Russin. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg
und auch meine Eltern waren geschockt. Wir wollten
sofort nach Hause fliegen. I. stritt zuerst alles ab,
gab dann aber doch zu eine One-Night-Stand gehabt zu
haben. Er flehte mich an ihn nicht zu verlassen und
sagte er hätte sich nicht beherrschen können. Das Ganze
hätte für ihn keinerlei Bedeutung gehabt. Ich, eine
Frau, die immer gesagt hat, wenn mir das einmal
passiert, ist sofort Schluß, habe ihm tatsächlich
verziehen. Ich konnte das Ganze aber nie wirklich
verdrängen.
I. stellte nun immer mehr Forderungen nach bestimmten
Sachen und nach Geld. Mal bezahlte ich seine Miete, dann
sollte es wieder der Sprachkurs sein, dann das zweite
Handy, wofür ich noch heute monatlich 10 Euro
Grundgebühr bezahle, usw. Da I. große Ansprüche an sein
Äußeres stellt, wollte er natürlich nur das Beste und
Teuerste.
Einmal fragte mich I. am Telefon, ob ich ihm 20.000 Euro
geben kann, er wolle sich mit einem Freund selbständig
machen. Ich sagte ihm, dass ich so viel Geld gar nicht
habe. Später machte er mir dann zum Vorwurf, ich hätte
ihm doch wenigsten 5.000 Euro schicken können. Er
schrieb immer seltener SMS und auch seine Liebesschwüre
wurde weniger.
Kurz danach hörte ich 8 Tage lang nichts
von ihm. Ich war voller Sorge, bis ich ihn endlich
anrief. Er sagte dann, wir können nicht heiraten, ich
soll aber trotzdem weiter zu ihm kommen. Ich war wie vor
dem Kopf gestoßen. Aus dem Bauch heraus beendete ich die Beziehung
am Telefon und verbat ihm sich bei mir zu
melden. Er hielt sich daran. Mir ging es sehr schlecht
und um mich abzulenken flog ich mit meiner Mutter für 2
Wochen nach Mallorca. Dort war es dann ganz schlimm,
eigentlich wäre ich ja jetzt in der Türkei gewesen. Ich
vermisste ihn so sehr, dass ich es nicht mehr aushielt
und ihn von Spanien aus anrief. Er sagte mir, dass er
mich auch noch liebt. Und so waren wir wieder zusammen.
Im November flog ich dann wieder zu ihm nach Kemer.
Gleich bei der Ankunft hatte ich das Gefühl, dass er mir
gegenüber kühl ist. Ich sprach ihn daraufhin an, und er
sagte mir, er sei böse, weil ich nach Spanien geflogen
bin. Außerdem sagte er, er weiß nicht, ob er mich
überhaupt noch liebt. Ich war völlig verzweifelt und bat
ihm, uns noch eine Chance zu geben. Er stimmte zu. 10
Minuten nach diesem Gespräch fragte er mich, ob ich ihm
3.000 Euro geben kann. Da ich ihn nicht verlieren
wollte, willigte ich ein (hier hatte ich zu ersten Mal ein
ungutes Gefühl). Plötzlich sagte I. er müsse für 2 Tage
nach Urfa (seine Heimat) fahren, weil sein Freund
heiratet. Ich lehnte ab 2 Tage auf ihn zu warten, da
mir jede Minute mit I. kostbar war. Und so nahm er mich
schweren Herzens mit. Die ganzen Jahre hatte er es seinen
Eltern verschwiegen, dass er eine Beziehung mit einer
deutschen Frau hat. Die Familie empfing mich dann sehr
freundlich. I. stellte mich aber nicht als seine
Verlobte vor. Was gesprochen wurde, konnte ich nicht
verstehen, da sie arabisch sprachen. Wir blieben dann
fast eine Woche dort.
Der nächste Urlaub war dann im März und meine Mutter
flog mit. Er sprach wieder übers heiraten und unsere
gemeinsame Zukunft. Bald fragte er mich wieder nach
2.000 Euro. Aber so viel Geld hatte ich nicht schon
wieder übrig. Er fragte dann gegen meinen ausdrücklichen
Willen meine Mutter nach dem Geld. Erstaunlicherweise
stimmte sie zu, mit dem Hinweis das Geld wieder haben zu
wollen. Schließlich hatte sie ihn ja auch in ihr Herz
geschlossen.
Als ich dann im Juni 06 wieder alles allein bezahlen
sollte, sagte ich zum ersten Mal, er könne auch mal was
bezahlen. Außerdem hatte ich schon ein ungutes Gefühl,
weil er am Telefon immer sehr kühl zu mir war. Was ich
dann in der Türkei erleben musste, werde ich niemals
vergessen und verstehen können. Schon am Flughafen
merkte ich, dass etwas nicht stimmt. Ich hatte das
Gefühl I. freut sich nicht richtig mich zu sehen. Wir
fuhren mit dem Auto zu dem Haus, welches er
gemietet hatte. Alles war schön eingerichtet und modern.
I. redete kaum mit mir, beachtete mich nicht, ging am
Tag arbeiten und kam nur zum Schlafen. Dass er viel
arbeitete wusste ich, aber ich spürte, dass er anders
war. Nach 4 Tagen totaler Situation in diesem Haus (ich
hatte keine Lust etwas zu unternehmen, da ich spürte,
dass etwas nicht in Ordnung war), stellte ich ihn dann
zur Rede. Er rückte nach anfänglichem Zögern mit der
Sprache heraus, er könne mich nicht heiraten, das geht
nicht gut und es sei alles vorbei. Ich könne trotzdem
noch die letzten Urlaubstage hier bleiben. In diesem
Moment konnte ich nicht klar denken, ich weinte und war
völlig verstört.
Gott sei Dank hatte ich wenigstens per
Telefon Kontakt zu meinen Eltern und zu meiner Freundin.
Ich wollte dann einfach nur noch weg. Das Geld, welches
er von uns erhalten hatte, wollte ich dann natürlich
wieder haben. Frech entgegnete er ich bekomme nichts
zurück, da ich es ihm geschenkt hätte. I. hat mir dann
noch den Rückflug organisiert, mich aber nicht einmal
persönlich zum Flughafen gefahren. In diesem Moment
fühlte ich mich wirklich nur wie ein Stück Scheiße.
Wieder in Deutschland ging es mir so schlecht, dass ich
nicht mehr leben wollte. Meine Eltern und meine Freundin
haben mich in dieser Zeit sehr unterstützt und mitgelitten. Bis heute kann ich noch nicht glauben was
hier passiert ist. Ich weiß nur, dass keine andere Frau
dahinter steckt. Es geht mir immer noch sehr schlecht
und ich liebe ihn immer noch. Ob ich jemals das Geld
wieder sehen werde, weiß ich nicht. Von diesem Tag an
habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Meine Mutter
ruft ihn in Abständen an und erinnert ihn an das Geld.
Was denkt ihr? Ist er ein Betrüger? Da die Geschichten
alle ähnlich sind, kann es doch nicht so viele Zufälle
geben. Bitte schreibt eure Meinung im Forum. Mein Name
ist Babett.
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